Aktuelles

Leipzig, 24.03.2016

Bahnbetriebswerk Blankenburg

 

Die Anlagen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Blankenburg stehen derzeit laut DB-Immobilien nicht zum Verkauf. Vielmehr seien Umbauarbeiten an der Ober-leitung im Gange. Nach Abschluß dieser Maßnahme werde eine erneute Prüfung auf Entbehrlichkeit der Liegenschaft durchgeführt.

Goslar, Oktober 2015

Eine neue Initiative mit Namen "Ein Harz" will das Zusammenwachsen von West- und Ostharz befördern. Denn auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutsch-lands ist die Harzregion noch immer geteilt. Das liegt an der höchst unterschied-lichen Wahrnehmung beider Teile: Der Westen als gepflegtes Urlaubsziel älterer Menschen, insbesondere aus Berlin, und der Osten als vermeintlich rauhe Ge-birgsgegend ohne touristisches Profil und Infrastruktur. Gemeinsam ist beiden die Abwanderung der einheimischen Menschen und der Zuzug einiger Holländer und Dänen, die preiswert freiwerdende Immobilien als Feriendomizile erwerben. Da-rauf läßt sich jedoch kaum eine Zukunft aufbauen. So sei der Initiative Erfolg be-schieden, möglichst ohne Eventaktionismus, dafür aber gerne mit der Bahn als bevorzugtes Transportmittel für Feriengäste und Einheimische.   

Leipzig, 26. Juni 2014

Teilstück der Rübelandbahn verkauft

 

Die Bahnanlagen im Bereich des Bahnhofs Königshütte samt der Stein-bogenbrücke über die Kalte Bode sind nun verkauft. Wer der Käufer ist und was mit den denkmalgeschützten Bahnanlagen geschieht, will weder die Deutsche Bahn noch die Stadt Oberharz bekannt geben.

Oberharz, 30. Januar 2014

Rübelandbahn ohne Rübeland

 

"Uns ist klar, dass die Rübelandbahn eine sehr gute Sache ist", so der Oberharzbürgermeister, "aber wir können uns wegen der Haushaltsge-setze nicht mehr an deren Finanzierung beteiligen". Alles andere aber, was unabhängig davon an Zusammenarbeit möglich ist, soll "auf jeden Fall" entwickelt und ausgebaut werden. Der Beschluss greift seit 1. Januar 2014. Die Stadt Oberharz spart so zwischen 12 000 bis 15 000 Euro pro Jahr, die jedoch der AG fehlen.

 

Kritik am Rückzug der Stadt Oberharz aus der Arbeitsgemeinschaft (AG) Rübelandbahn hat Blankenburgs Bürgermeister geübt. Wenn die Stadt mit dem namensgebenden Ortsteil Rübeland aussteigt, so Noll, "muss man über die Sinnhaftigkeit dessen nachdenken, dass andere Orte drin-bleiben und bezahlen sollen". Der Ausstieg sei ein falsches Signal. Es müssten im Gegenteil die Anstrengungen verstärkt werden, um mehr aus dem einmaligen touristischen Angebot zu machen.

Wernigerode, 09. November 2013

Massive Kritik an Harzer Rußqualmbahn

 

Eine wunderbare Satire zu den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) erschien dieser Tage in der Volksstimme. Die schönsten Blüten sind hier zusam-mengestellt:

 

Millionen Touristen erfreuen sich an der Harzer Schmalspurbahn (HSB). Doch es gibt zunehmend Wernigeröder, die sich über Ruß und dreckigen Qualm beschweren und „diesen stechenden Geruch“ verspüren.

 

Eine 70-Jährige leidet "unter diesem chemischen Geruch". Ihre Ärztin vermutet, die Beschwerden der Allergikerin können auch vom Ruß und Qualm der Eisenbahn herrühren, die nur wenige Schritte am Wiesenhang vorbeifährt. "Haben die HSB-Dieselloks überhaupt Rußfilter"?

 

Seit vielen Jahren hängen die Bewohner ihre Wäsche nicht mehr zum Trocknen in den Garten. "Ist die HSB eine Heilige Kuh, die tun und lassen darf, was sie will?" Auch ein technisches Denkmal könne und müsse mit der Zeit gehen. Wegen der Luftreinhaltung werde den Menschen ver-boten, Gartenfeuer zu entfachen, doch die Dampfloks können im Harz Ruß und Qualm ausspeien wie vor 100 Jahren.

 

"Es gibt viele Nächte, in denen wir unser Schlafzimmerfenster schnell schließen müssen, manchmal lassen wir es gleich zu, so extrem ist die Luftbelastung". Vor allem in den frühen Nachtstunden, wenn viele der Dampfloks angeheizt würden, "ist der Dreck oft unerträglich" "Da wird zu schnell zu viel Kohle auf den Rost gegeben, dadurch entstehen zu viele Rauchgase, und darum wird unser Viertel regelmäßig richtig eingenebelt. Seit Jahren werden wir massiv belästigt."

 

Bereits in den 1990er-Jahren habe es unter Nachbarn eine Unterschriften-aktion gegen den Ruß und Dreck der Dampfloks gegeben, "das hat aber niemanden interessiert“. Heute, fast 20 Jahre später stören die starken Belästigungen durch die qualmenden Dampfloks wie eh und je, doch die Reaktionen darauf seien auch unverändert. "Ich habe im Rathaus gefragt, als ich meine Schönheitssteuer zum Straßenausbau bezahlt habe, ob es für Leute wie mich, die massiv unter der HSB leiden, vielleicht mal einen kostenlosen Anstrich für unser Haus gibt. Die Antwort lautete: "Nein, die HSB hat nun mal Tradition“.

Nach 100 Jahren Dampflokbetrieb auf der HSB ist Wernigerode vollständig in Rußqualm eingehüllt !
Nach 100 Jahren Dampflokbetrieb auf der HSB ist Wernigerode vollständig in Rußqualm eingehüllt !

Übrigens,

was sagen eigentlich die Blankenburger und Rübeländer zu ihrer Dreck-schleuder 95 027 auf der Rübelandbahn? 

Blankenburg, 07. Oktober 2013: 

Bahnhof macht fürchterlichen Eindruck

 

Zwei Reisende sitzen auf dem Bahnsteig. Sie haben den Zug nach Halber-stadt verpasst. Gut eine Stunden haben sie nun Zeit. "Zum Verweilen lädt das hier nicht ein", sagt die Frau und blickt auf das meterhohe Unkraut rechts und links des Bahnsteigs. Das Blankenburger Bahnhofsgebäude macht einen fürchterlichen Eindruck auf das Ehepaar. Wände und Türen sind beschmiert, Fensterscheiben geborsten und teilweise mit Brettern zugenagelt. Es steht leer, bietet in der kalten Jahreszeit keinen Unter-schlupf, von einer Gastronomie ganz zu schweigen.

 

"Nicht einmal eine Toilette gibt es hier", stellt die Frau fest. Das Häuschen ist ebenfalls mit Holzplatten vernagelt. "Und die Lautsprecher sind wohl nur Attrappe", sagt der Mann. Er fahre regelmäßig mit der Bahn, "eine Durchsage oder ein Herzlich Willkommen in Blankenburg muss doch mög-lich sein". Ist es nicht. Der Zustand auf dem Bahnhofsgelände ist auch Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) ein Dorn im Auge. "Es sieht echt fürchterlich aus, doch uns sind die Hände gebunden." Die Bahn als Eigen-tümer des Geländes reagiere nicht, auch nicht auf Volksstimme-Anfrage.

 

Zum Bahnhofsgebäude selbst erklärte der Bürgermeister, dass ein Ver-handeln mit dem Eigentümer sehr schwierig sei. "Nach wie vor ist die Stadt daran interessiert, es zurückzubekommen." Es gebe private Inter-essenten mit Nutzungskonzepten. "Vor allem hätten wir dann endlich wieder eine Toilette", denn, so Noll: "Ein Bahnhof ohne WC, das darf nicht sein." Der Bürgermeister will die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich am Bahnhof, wo täglich Zug- und auch Busreisende verweilen, etwas bewegt.

 

Schon 2008 war der Bahnhof der Blütenstadt Blankenburg stark verkrautet
Schon 2008 war der Bahnhof der Blütenstadt Blankenburg stark verkrautet

Blankenburg, 03. November 2013 (update)

Schotterverladung am Bahnhof

 

Der Bahnhof Blankenburg soll nach Plänen einer Firma aus Timmenrode zukünftig für die Verladung von Schotter genutzt werden. Gebrauchter  Gleisschotter soll per Bahn nach Blankenburg angeliefert und auf LKW nach Timmenrode weitertransportiert werden. Der Schotter wird dort für eine Weiterverwendung aufbereitet. Gegen die Nutzung des Bahnhofs Blankenburg als Umladestation haben sich Anwohner wegen möglicher Lärm- und Staubbelastung gewandt. Inzwischen wurde der Antrag ge-  ändert: Jetzt sollen nur noch 40.000 Tonnen anstatt 100.000 Tonnen Schotter pro Jahr umgeladen werden.

Kommentar:

Hat die vergangene Staatsform das Leben der Bürger von oben dirigiert, so scheint die derzeitige hilflos gegen den Klagebürger, der nunmehr in der Lage ist, auch öffentliches Interesse aus Eigennutz zu torpedieren. Wer in der Nähe von Fabriken, Flughäfen oder Bahnhöfen wohnt, kann keine Waldesruhe erwarten.  Hinsichtlich der Autostrassen tut er das auch nicht - er nutzt diese ja schließlich selbst. Selbstredend sind Emissionen jeglicher Art zu minimieren. So wäre es optimal, wenn der Schotter direkt mit der Bahn zur Aufarbeitungsanlage in  Timmenrode transportiert werden könnte - geht aber nicht, weil Politik und Strassenbau die Bahnstrecke dorthin abgeschafft haben. Also ist eine Genehmigung des Schotterumschlags unausweichlich, wenn die Stadt Blankenburg und das Land Sachsen-Anhalt überhaupt noch Arbeitsplätze für wünschenswert halten. Im Übrigen ist es schon sehr befremdlich, wenn die Nutzung eines Güterbahnhofs stets neu genehmigt werden muß. Hier liegt doch eine entsprechende Widmung vor, die den Betreibern und Kunden der Bahn Rechtssicherheit gewährt!

 

Geräuschlose Holzverladung im Ortsgüterbahnhof am 17.12.2013
Geräuschlose Holzverladung im Ortsgüterbahnhof am 17.12.2013

Website zuletzt bearbeitet: 03.12.2016